Magdeburg-Sieg gegen Kiel

Werbung statt Finale: Ärger um TV-Panne bei Handball-Hit

Der Magdeburger Tim Hornke (r.) wirft einen Siebenmeter gegen den Kieler Torwart Dario Quenstedt. Foto: Ronny Hartmann FOTO: Ronny Hartmann

Magdeburg. Der Frust der Handballfans vor dem Fernseher war genauso groß wie bei Filip Jicha.

Als der enttäuschte Trainer des Titelfavoriten THW Kiel die 31:32 (19:18)-Niederlage beim SC Magdeburg am ARD-Mikrofon analysierte, bekamen die eineinhalb Millionen TV-Zuschauer am Samstagabend davon ebenso wenig mit wie von der spannenden Schlussphase des Bundesliga-Topspiels. 40 Sekunden vor dem Ende blendete das Erste beim Stand von 32:30 plötzlich aus - statt Dramatik gab es Werbung und die Ziehung der Lottozahlen.

„So geil das Spiel war, so mies war es von der ARD!!! Schämt Euch“, schimpfte Melsungens Nationalspieler Tobias Reichmann via Instagram. „Das würde es beim Fußball im Leben nicht geben. Einfach respektlos dem Handball gegenüber.“ Die „Sportschau“-Redaktion begründete die Panne mit einem technischen Problem und entschuldigte sich kurz nach dem Abpfiff via Twitter dafür. Prompt entlud sich in den sozialen Netzwerken ein Sturm der Entrüstung.

1,57 Millionen Zuschauer an den TV-Geräten und 6600 Fans in der Halle hatten ein hochklassiges Spiel erlebt, in dem der Pokalsieger und EHF-Cup-Gewinner aus Kiel am Ende den ersten Rückschlag im Meisterrennen hinnehmen musste. „Das ist eine schmerzhafte Niederlage, weil wir bis zum Schluss gekämpft und alles gezeigt haben“, sagte Jicha mit traurigem Blick. Bester SCM-Werfer war Michael Damgaard (6 Tore), bei Kiel traf Niclas Ekberg (11/5) am besten.

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