Handball-EM

Torhüter-Krise: Wolff und Bitter im Tief

Deutschlands Torhüter Andreas Wolff zeigte bei der EM noch nicht sein wahres Leistungspotenzial. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa FOTO: Robert Michael

Wien. Vor der EM hatten die deutschen Handballer große Hoffnungen in ihre Torhüter Wolff und Bitter gesteckt - aber beide liefern bisher nicht. Um das Turnier zu einem guten Ende zu bringen, müssen sie sich in der Hauptrunde deutlich steigern. Das fordert auch einer der Bosse.

Andreas Wolff hämmerte mit der flachen Hand auf den Hallenboden, raufte sich die Haare oder brüllte seinen Ärger heraus. Die Handball-EM ist für die deutsche Mannschaft erst drei Spiele alt, aber die Bilder vom gefrusteten Torhüter waren schon oft zu sehen.

Nach dem 28:27-Zittersieg gegen Lettland war der 28-Jährige so sauer, dass er gar nichts mehr sagen wollte und die Arena in Trondheim mit grimmiger Miene verließ. Kurz vor Beginn der Hauptrunde in Wien steckt der zu Weltklasse-Leistungen fähige Keeper im Formtief - und ist wie sein Torwart-Kollege Johannes Bitter für die DHB-Auswahl bislang noch nicht die erhoffte Verstärkung.

„Wir haben am Ende nicht so viel Hilfe aus dem Tor heraus bekommen“, sagte Bundestrainer Christian Prokop nach dem schmeichelhaften Erfolg gegen die Letten - und fügte mit Blick auf den kriselnden Wolff hinzu: „Er hat sich mit Sicherheit einen anderen Job vorgestellt.“ Wozu Wolff in der Lage ist, konnte er bisher nur im ersten Spiel gegen die Niederlande zeigen. Aber gerade in der nächsten Turnierphase, die am Donnerstag mit dem Spiel gegen Weißrussland beginnt, wird es ganz besonders auf Bitter und ihn ankommen. Die ohnehin stark verunsichert wirkende deutsche Mannschaft benötigt ihre Keeper, um zu alter Stärke zurückzufinden.

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