USA Favorit auf den WM-Titel

Auf der Jagd nach dem vierten Stern

Etwas anderes als jubelnde US-Amerikanerinnen, so wie hier beim entscheidenden Tor von Alex Morgan (links) im Halbfinale gegen England, kann man sich am Sonntag nach dem Finale bei der Frauen-WM gar nicht vorstellen. Die Titelverteidigerinnen sind gegen die Niederlande klarer Favorit. FOTO: AP / Alessandra Tarantino

Lyon. Die USA sind im Finale der Frauenfußball-WM in Frankreich gegen die Niederlande an diesem Sonntag der haushohe Favorit.

Megan Rapinoe und ihre Mannschaftskolleginnen kennen keine Angst. Nicht vor dem Herausforderer Niederlande im WM-Finale an diesem Sonntag (17 Uhr/ARD und DAZN). Nicht vor einem Rechtsstreit mit dem eigenen Verband. Und auch nicht vor dem Zorn des US-Präsidenten Donald Trump. Beim Kampf an drei Fronten erscheint der Griff nach dem vierten Stern beinahe als leichteste Übung der US-Fußballstars. Zumal Rapinoe, zweifellos das Gesicht dieser WM, nach dem verpassten Halbfinal-Kracher gegen England (2:1) wieder auflaufen kann. „Meinem Oberschenkel geht es immer besser, ich werde fit für das Finale“, sagte die extrovertierte Flügelspielerin, die am Freitag ihren 34. Geburtstag feierte.

Im Duell mit dem Europameister in Lyon sind die USA dank ihrer konstanten Vormachtstellung klarer Favorit. Als erst zweites Team der Frauenfußball-Geschichte nach Deutschland 2007 könnten sie die erfolgreiche Titelverteidigung feiern – und damit am Ende der Nationalfeiertags-Woche auch für ihre politische Agenda das passende Statement setzen.

Zum einen im öffentlichen Disput mit Trump. Angeführt von Frontfrau „Pinoe“, die gegen Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung kämpft, aus Protest die Nationalhymne vor den Spielen nicht mitsingt und ankündigte, im Falle des Titelgewinns „garantiert nicht in das f***ing Weiße Haus zu kommen“. Dennoch sei sie „einzigartig und zutiefst amerikanisch“, wie Rapinoe gegenüber dem Independence Day versicherte. Teamkollegin Ali Krieger sprang ihr zur Seite. Die langjährige Abwehrspielerin des 1. FFC Frankfurt, die mit Mitspielerin Ashlyn Harris verlobt ist, sagte bei CNN: „Ich lehne es ab, einen Mann zu respektieren, der anderen keinen Respekt zollt.“

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