Frauenfußball

Superlative sind die Messlatte des US-Frauenfußballs

Die US-Teamkolleginnen jubeln mit der Fünffach-Torschützin Alex Morgan (Zweite v. rechts) und Kapitänin Megan Rapinoe (re.). FOTO: AP / Alessandra Tarantino

Reims. Der Titelfavorit startet mit einem 13:0-Rekordsieg gegen Thailand in die WM. Die Spielerinnen präsentieren sich wie aufgeputschte Rennpferde.

Wer Megan Rapinoe (33) hinterher ins Gesicht schaute, schien im Stade Auguste Delaune eine andere Person anzutreffen als vor dem Anpfiff. Ihre neuerdings hauchzart rosablond gefärbte Haarpracht reflektierte das Licht der Scheinwerfer, als die Kapitänin der US-Fußballerinnen realisiert hatte, dass das 13:0-Schützenfest gegen Thailand gleichzeitig den höchsten Sieg in der Geschichte der Frauen-WM bedeutete. „Das freut uns natürlich, wir möchten jeden Weltrekord haben“, sagte die 154-fache Nationalspielerin und lächelte selig.

War das wirklich dieselbe Rapinoe, die so angespannt in Reims den Rasen betreten hatte? Die nicht die Hand auf die Brust legte, als die Nationalhymne ertönte? Die lesbische Power-Frau singt aus Protest gegen Donald Trump als einzige US-Fußballerin nicht mit. Und doch hatte die Anführerin später dasselbe triumphale Glitzern ihrer Mitspielerinnen in den Augen. „Wir wollten ein Statement abgeben“, sagte sie.

Zuerst sportlich. Fünf Mal schlug allein Angreiferin Alex Morgan zu, die damit eine Uralt-Bestmarke der US-Legende Michelle Akers einstellte. „Ich fühle mich großartig. Jedes Tor kann zählen. Wir wollten für unsere Mannschaft eine Stimmung erzeugen“, erzählte die 29-Jährige. Kaum eine verbreitet auf dem Spielfeld so viel Esprit und transportiert so viel Inspiration nach außen wie der Superstar. Drei Jahre habe man seit den Olympischen Spielen 2016 gewartet, sich endlich wieder auf großer Bühne präsentieren zu können, erklärte Morgan.

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