Frauenfußball

Stagnation in Deutschland bereitet Sorgen

Sara Däbritz (links) und Melanie Leupolz gehören zu den Topspielerinnen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow

Rennes. Die weltweite Entwicklung im Frauenfußball schreitet voran. Hierzulande kündigen Gesichter wie Melanie Leupolz ihren Abschied an.

Das erste Wort bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft nach der Ankunft gehörte Melanie Leupolz. Nur als die Fußballerin im Golfhotel in der bretonischen Gemeinde Bruz zur Pressekonferenz erschien, fehlte ihre verspätete Zimmerpartnerin Sara Däbritz. Vorübergehend vergrub die 25-Jährige ihre Hände in den Ärmeln eines schwarzen Kapuzenpullovers. Was unweigerlich Assoziationen weckte: Würde sie danach eine Hand mit acht Fingern herausziehen?

Leupolz spielt in dem auf Youtube mehr als zwei Millionen Mal aufgerufenen Werbespot der DFB-Frauen („Wir haben keine Eier, wir haben Pferdeschwänze“) eine Hauptrolle: Die Mittelfeldspielerin des FC Bayern ist diejenige, die die Frage nach den gewonnen Europameister-Titeln mit ausgestreckten acht Fingern beantwortet. Mit rot lackierten Nägeln übrigens. „Weißt Du, wie ich heiße?“, fragt am Anfang Kapitänin Alexandra Popp. „Und ich?“ Das kommt von Leupolz. Dann ertönt: „Wir spielen für eine Nation, die unsere Namen nicht kennt.“ Warum eigentlich nicht?

Die aus Wangen im Allgäu stammende Europameisterin und Olympiasiegerin bringt vieles mit, um ihre Sportart angemessen zu vermarkten. Sie behauptete sich lange mit Jungs beim TSV Ratzenried, ehe sie durch die Fördersysteme im Deutschen Fußball-Bund (DFB) und beim SC Freiburg zur hoffnungsvollen Nationalspielerin reifte. Für die WM in Frankreich gilt die Nummer 18 als Schlüsselspielerin.

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