Schließlich war die gebürtige Kalifornierin die erste weiße Person und die erste Frau, die sich 2016 dem „Knie-Protest“ von Football-Quarterback Colin Kaepernick gegen Rassismus und Polizeigewalt anschloss. Das gefiel dem US-Establishment gar nicht. Rapinoe durfte erst wieder im Nationalteam mitspielen, als sie beim Star-Spangled Banner aufrecht stehen blieb.

Dem US-Verband blieb Rapinoe dennoch als „Quälgeist“ erhalten. Sie war eine von fünf Spielerinnen, die den Verband wegen Geschlechterdiskriminierung verklagten. Als Rapinoe und Co. im Frühjahr von einem Bundesgericht das Recht zugesprochen wurde, weiter juristisch gegen die schlechtere Bezahlung im Vergleich zu den männlichen Kollegen vorgehen zu dürfen, schloss sich das gesamte Team an.

Vorangehen will Rapinoe, deren Zwillingsschwester Rachel ebenfalls professionell spielt, am Freitag im vorweggenommenen Endspiel auch auf dem Platz. „Wir müssen sehr gut organisiert sein, denn die Französinnen sind sehr gut mit dem Ball“, sagte die Kapitänin mit Blick auf das Duell der Topfavoriten: „Wir dürfen uns auf keinen Fall zurücklehnen.“ Aber das tut sie ohnehin nur höchst selten.

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