Doch der Fußball ist für die 33-Jährige mittlerweile vor allem ein Mittel zum Zweck. Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin mit den pinkfarbenen Haaren nutzt ihre Bekanntheit, um als Aktivistin auf die Missstände in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. „Als ich älter geworden bin, habe ich erkannt, wie mächtig eine Stimme sein kann – meine Stimme und die Stimme der Mannschaft“, sagte Rapinoe in einem Interview mit der englischen Zeitung The Guardian vor der WM-Endrunde.

Bevor sie ihre Stimme aber wieder zum Singen der Hymne erhebt, muss viel passieren. Erst müsse das Strafrecht reformiert sowie die Rechte der Lesben und Schwulen gestärkt werden, betonte Rapinoe – vorher werde ihr kein Ton über die Lippen kommen. Aufgrund dieser Einstellung ist die Offensivspielerin des Seattle Reign FC, die sich 2013 als erste US-Nationalspielerin offen zu ihrer Homosexualität bekannte, bei ihren patriotischen Landsleuten nicht sonderlich beliebt. Aus deren Reihen wird immer wieder der Rauswurf Rapinoes aus dem Nationalteam gefordert.


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