Märchenhaft ist auch die Oranje-Euphorie, die das Team von Bondscoach Sarina Wiegman in Frankreich beflügelt. So viele Menschen wie noch nie verfolgen das Frauen-Nationalteam. Über fünf Millionen Zuschauer – noch eine Million mehr als beim EM-Finale 2017 – fieberten an den heimischen TV-Geräten mit, was einem sagenhaften Marktanteil von 78,5 Prozent entspricht. Und natürlich hat sich König Willem-Alexander für das Endspiel im Stade de Lyon angekündigt. Das Datum ist zudem ein besonderes: Vor exakt 45 Jahren, am 7. Juli 1974, spielten Cruyff und Co. das erste WM-Finale der Elftal im Münchner Olympiastadion – wo allerdings bekanntlich der Gastgeber mit 2:1 die Oberhand behielt.

Den traurigen Schwedinnen bleibt nach dem großen Sieg über Angstgegner Deutschland im Viertelfinale (2:1) nur das kleine Finale am Samstag (17 Uhr/ZDF und DAZN) in Nizza gegen England als Trostpflaster. „Es ist hart“, sagte die langjährige Wolfsburgerin Nilla Fischer, „es war so ein enges Spiel.“

In der Tat kam der Vize-Weltmeister von 2003 in den ersten 60 Minuten einer zähen Begegnung zu den klareren Chancen. Nun soll Bronze her, wie die Abwehrchefin betont: „Wenn wir Vierter werden, haben wir einen Scheiß gewonnen.“

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