Frauenfußball

Das Schreckgespenst ist zurück

Dzsenifer Marozsan (links) zeigt Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, wo sie hin will – nach oben. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow

Rennes. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft trifft im WM-Viertelfinale auf Schweden. Dzsenifer Marozsan ist einsatzbereit.

Die Zeiten reichen bis ins Mittelalter zurück, dass der Fluss Vilaine für die Bretagne eine wichtige Rolle spielte, um Waren aus dem Golf von Biskaya bis nach Rennes zu transportieren. Trotzdem ist sein Wert mit den angrenzenden Gewässern auch heute für die bretonische Hauptstadt nicht zu unterschätzen, denn nur hier findet sich noch Abkühlung von der Sommerhitze, die Frankreichs Norden im Griff hat. Direkt am Fluss liegt auch der Roazhon Park, in dem an diesem Samstag der wichtigste WM-Härtetest für die deutsche Frauen-Nationalef mit dem Viertelfinale gegen Schweden steigt (18.30 Uhr/ARD).

Während der einwöchigen Pause seit dem Achtelfinale – so viel wie bei keinem anderen Teilnehmer des Turniers – ist die Anspannung genauso gestiegen wie die Temperatur-Anzeige. Trotzdem will Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg den langen Vorlauf nicht missen: „Weil wir zu Kräften kommen konnten. Wir haben einen Schwerpunkt gesetzt im technisch-taktischen Bereich.“ Die 51-Jährige erwartet ein „Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten entscheiden“. Oder einfach die größere Hitzebeständigkeit.

In der Heimstätte des französischen Pokalsiegers Stade Rennes findet der ewige Klassiker des Frauenfußballs statt, der aus deutscher Sicht fast immer einen guten Ausgang nahm: 20 von 28 Begegnungen hat die stolze Frauenfußball-Nation aus Skandinavien verloren. Die letzte deutsche Turnier-Niederlage reicht bis zur WM 1995 zurück (2:3). Zur Vertreibung des Fluchs hat sich Ministerpräsident Stefan Löfven eingeschaltet, die Zeitung „Aftonbladet“ den deutschen Werbespot verspottet und Anführerin Caroline Seger angekündigt, „die ewige Geschichte umzuschreiben“.

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