Frauenfußball-WM in Frankreich

Das Halbfinale als Durchgangsstation

Wo bitte geht es ins WM-Finale? Megan Rapinoe hält Ausschau nach dem nächsten Gegner auf dem Weg der USA zur Titelverteidigung bei der WM. Heute wartet England im Halbfinale. FOTO: AP / Francois Mori

Lyon. Weltmeister USA trifft bei der Frauenfußball-WM in Lyon auf England – und ist als Titelverteidiger klarer Favorit.

Die Antwort hatte nur drei Worte. „Consider it done“, schrieb Megan Rapinoe bei Twitter – was frei übersetzt bedeutet: „Machen Sie einen Haken dahinter – wir kommen.“ Die US-Fußballerinnen um ihre Wortführerin Rapinoe, die an diesem Dienstag im WM-Halbfinale in Lyon auf England treffen (21 Uhr/DAZN und ZDFsport.de), werden sich nach der Endrunde also doch in der Heimat feiern lassen. Allerdings nicht von ihrem verschmähten Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus, sondern von den Volksvertretern im Repräsentantenhaus.

Eingeladen wurden die Titelverteidigerinnen von der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, die sich in den Staaten als aufstrebender Politikstar und Trump-Kritikerin einen Namen gemacht hat. „Das ist vielleicht nicht das Weiße Haus, aber wir würden uns freuen, Megan Rapinoe und das US-Team für eine Tour durch das Repräsentantenhaus zu begrüßen, wann immer sie wollen“, hatte die erst 29 Jahre alte „AOC“ getwittert.

Damit schrieb Ocasio-Cortez das nächste Kapitel in der offenbar endlosen Geschichte um Trump und seinen Zoff mit den US-Girls. Angefangen hatte alles mit der Ankündigung Rapinoes, wonach sie im Falle des WM-Triumphs „garantiert nicht in das f***ing Weiße Haus“ kommen werde. Trump ließ sich die Vorlage zur Eskalation nicht nehmen und griff die 33-Jährige heftig an. Doch mittlerweile scheint der Präsident, der sich bei Twitter nach seinem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un wieder einmal selbst für die „Erfolge“ in seiner Amtszeit feiert, im Streit mit der Aktivistin gegen Rassismus, Homophobie und Geschlechterdiskriminierung auf verlorenem Posten zu stehen.

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