Nach Sieg in Düsseldorf

Trotz Neuer-Frust: FC Bayern flachst sich Richtung Titel

Bayern-Keeper Manuel Neuer (2.v.r.) verlässt verletzt das Spielfeld in Düsseldorf. Foto: Marius Becker FOTO: Marius Becker

München. Die Bilder des an Krücken aus dem Stadion humpelnden Manuel Neuer hätten ein echter Stimmungskiller im Meisterfinale werden können.

Doch beim FC Bayern scheint für Zweifel auf dem Weg zum siebten Titel in Folge kein Platz. Die Stimmung nach dem meisterlich souveränen 4:1 (2:0) bei Fortuna Düsseldorf war gelöst und locker, fast euphorisch. Selbst die peinliche Trainings-Rauferei vom Donnerstag kommentierten die Münchner mit Flachs und Ironie. Dass der Fußball-Rekordmeister am Abend bei Neuer leichte Entwarnung geben konnte, rundete eine insgesamt erfolgreiche Sonntagsdienstreise ab.

„Ein gutes Wortspiel“, meinte Sportdirektor Hasan Salihamidzic fast schallend lachend auf die Frage nach dem „Doppelschlag“ (15./41.) von Kingsley Coman. Der Franzose war drei Tage zuvor noch als Raufbold und Sparringspartner von Robert Lewandowski unangenehm aufgefallen. In Düsseldorf war er der überragende Mann. „Wir haben die Aggressivität aus dem Training gut umgesetzt“, meinte der in den vergangenen Monaten oft angespannte Salihamidzic - und lachte wieder.

Wer die Bayern in den Katakomben der Düsseldorfer Arena so scherzen hörte, der wäre wohl kaum auf die Idee gekommen, dass Kapitän Neuer sich gerade im Krankenhaus befand. Das Stadion hatte der 33-Jährige noch vor dem Schlusspfiff verlassen. Und auch sein Gang vom Feld war ein leiser gewesen. Sichtlich geknickt, zu frustriert zum Hadern und Schimpfen war der Nationaltorhüter vom Platz geschlichen. Sein Frust war allenfalls am unkontrolliertem Hose-Zupfen zu erahnen.

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