Deutsche Fußball-Liga

Rauball hinterlässt ein gut bestelltes Feld

Diplomat mit Fingerspitzengefühl: Reinhard Rauball blickt auf eine erfolgreiche Amtszeit als Präsident der Deutschen Fußball-Liga zurück.FOTO: dpa / Maurizio Gambarini

Dortmund. Ruhig, sachlich und ein Mann des Ausgleichs: Der Führungsstil des scheidenden DFL-Präsidenten könnte als Vorbild dienen.

In den Gemäuern vom „Hotel der Lennhof“ bewegt sich Reinhard Rauball immer noch stilsicher. Der Fachwerkbau im Dortmunder Stadtteil Barop gehörte einst dem Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, ehe das Mannschaftshotel im Zuge der existenzbedrohenden Finanzkrise 2005 veräußert wurde. Dass der 72-Jährige kürzlich hier einlud, um über seinen Abschied als Liga-Präsident zu sprechen, lag nahe. Stehende Ovationen sind ihm gewiss, wenn der Jurist an diesem Mittwoch auf der Generalversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zum Ehrenpräsidenten ernannt wird.

„Es hat mich mit Zufriedenheit erfüllt. Es bleibt nicht viel, was ich als unangenehm empfunden habe“, sagte Rauball. Sein Feld ist nach zwölf Jahren so gut bestellt, dass es keinen direkten Nachfolger braucht. Die Umstrukturierung bedingt, dass der Vorsitzende der Geschäftsführung, Christian Seifert, noch mächtiger wird, weil der Chef der DFL GmbH auch Sprachrohr des Präsidiums wird. Den veränderten Aufsichtsrat soll künftig Peter Peters (Schalke 04) führen und auch den der DFL zustehenden Posten als DFB-Vizepräsident bekleiden. Rauball hatte sich bereits im September 2018 zum Rückzug entschieden, um den Reformen ein ausreichendes Zeitfenster zu verschaffen. Begründung: „Irgendwann hat der Mohr seine Schuldigkeit getan.“

Der einstige Justizminister von Nordrhein-Westfalen präsidierte mit einer Gelassenheit, von der sich der designierte DFB-Präsident Fritz Keller ruhig etwas abschauen darf. Den Hang zur Selbstdarstellung verkehrte Rauball nur allzu gerne ins Gegenteil. Das deutsche Champions-League-Finale 2013 in London zwischen seinem Herzensverein Borussia Dortmund und Bayern München sowie der WM-Triumph ein Jahr später in Brasilien sind dabei als Eckpunkte gemeint. Bei seinem Amtsantritt 2007 lag die Bundesliga übrigens in der Uefa-Fünfjahreswertung auf Platz sechs hinter Rumänien.

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