Werder Bremen

Dem neuen Dino fehlt Cleverness

Bremen. Werder Bremen verliert überraschend zum Auftakt mit 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf.

Die Bundesliga hat wieder einen Dino. 1867 Mal spielte Werder Bremen inzwischen in der 1. Liga – so oft wie kein anderer Club in Deutschland. Doch in Bremen wollen sie davon nichts wissen. „Dieser Spitzname soll dem Hamburger SV vorbehalten bleiben“, sagte Sportvorstand Frank Baumann. Eben jenen HSV, mittlerweile in der 2. Liga, überflügelte Werder mit der Partie gegen Fortuna Düsseldorf als Dauer-Erstligist. Er habe gelernt, „dass Dinos ausgestorben sind“, sagte Baumann.

Nun, vom Aussterben, besser gesagt vom Abstieg, sind die Bremer trotz der überraschenden 1:3 (0:1)-Niederlage zum Auftakt gegen Düsseldorf weit entfernt. Doch trotzdem herrschte an der Weser nach dem erneut verpatzten Saisonauftakt erste Tristesse. „Das war ein Scheiß-Start“, brachte es Maximilian Eggestein mit deutlichen Worten auf den Punkt. Nach gelungener Vorbereitung, der Vertragsverlängerung mit Trainer Florian Kohfeldt und dem Transfer von Ömer Toprak aus Dortmund sahen sich die Bremer eigentlich gut gerüstet für die neue Spielzeit. Aber gegen Düsseldorf mussten Kohfeldt und Baumann erkennen, dass ihr Team wohl doch noch nicht so weit ist wie erhofft. „Wenn du dir das Chancenverhältnis anguckst, dann war die Wahrscheinlichkeit heute höher, dass wir das Spiel gewinnen, als dass die Fortuna es gewinnt“, sagte Kohfeldt angesichts von 25:12 Torschüssen und 14:5 Ecken: „Aber wir haben es am Ende halt nicht gewonnen. Und das hat was mit Cleverness und Abgezocktheit zu tun.“

Cleverness und Abgezocktheit fehlten schon vergangene Saison, als Werder ein ums andere Mal begeisterte, am Ende aber zu oft mit leeren Händen dastand. So auch am Samstag gegen eine bemerkenswert effektive Fortuna, die durch Rouwen Hennings (36. Minute), Kenan Karaman (52.) und Kaan Ayhan (64.) traf. Johannes Eggestein gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich (47.). So manch einer im Weserstadion vermisste Routinier Max Kruse, der inzwischen bei Fenerbahce Istanbul in der Türkei spielt. „Ich bin nach wie vor traurig, dass er nicht mehr für uns spielt. Wir wollen jetzt im Rückblick aber auch keine Heldenverehrung betreiben“, sagte Kohfeldt.

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