Leichtathletik

Die Speerwerfer wollen ins Rollen kommen

Bereits im März hat Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken mit einem Wurf auf 65,47 Meter die Qualifikations-Norm für die WM in Doha geknackt. FOTO: dpa / Sven Hoppe

Shanghai. Deutsche Asse um Christin Hussong starten beim Diamond-League-Meeting in Shanghai in die WM-Saison.

Die Speere fliegen wieder – und mit ihnen die Träume der deutschen Leichtathletik. EM-Goldmedaillengewinnerin Christin Hussong aus Herschberg, Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler und Vize-Europameister Andreas Hofmann starten an diesem Samstag beim Diamond-League-Meeting in Shanghai in die Saison. Mit einem intensiven Trainingslager im türkischen Belek in den Beinen messen sich die Asse erstmals mit der internationalen Konkurrenz. Für Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken hat das Leichtathletik-Jahr genau genommen bereits Anfang März begonnen. Beim Winterwurf-Europacup in der Slowakei kam die 24-Jährige auf 65,47 Meter und übertraf damit klar die Qualifikations-Norm für Doha. Hussong trainiert – auch mangels Konkurrenz bei den deutschen Frauen – bereits seit vergangenem Jahr mit Röhler und Co. „Ich wünsche Christin, dass sie in der Lage ist, bei der WM-Medaillenvergabe dabei zu sein“, sagt Männer-Bundestrainer Boris Obergföll und ergänzt schmunzelnd: „Die hat echt Potenzial, die Maus.“

Röhler sagt vor den Titelkämpfen: „Pro Trainingseinheit habe ich etwa 80 Würfe gemacht, hochgerechnet dürften das rund 800 während des gesamten Trainingslagers gewesen sein. Aber da werden nicht alle voll durchgezogen, vielleicht zehn Prozent haben Wettkampf-Schönheit.“ Nach einem ersten Camp in Südafrika mit viel Grundlagentraining arbeiteten Röhler und Co. zuletzt vor allem an der Abwurfgeschwindigkeit. „Alle sind gesund durch die Vorbereitung gekommen und gut drauf“, sagt Boris Obergföll. Zwei Wermutstropfen hat er allerdings zu beklagen: Der Mainzer Julian Weber ist nach einer Fuß-Operation im Vorjahr noch hinterher. Und Weltmeister Johannes Vetter musste seinen Start in China sowie bei allen Wettkämpfen in den kommenden Wochen absagen. Der Offenburger leidet laut dem Internetportal leichtathletik.de unter einer Sehnenentzündung im Fuß. Es ist zum Glück nicht die Achillessehne“, sagte Obergföll, „da muss ich den Athleten auch vor sich selbst schützen. Die Gesundheit geht vor.“

Für die noch ferne Leichtathletik-WM vom 27. September bis 6. Oktober in Doha hat der frühere Weltklasse-Werfer klare Ziele: „Alle vier Deutschen unter den besten Acht! Und so viele Medaillen, wie es geht – aber am besten drei!“

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