WM-Bilanz der deutschen Basketballer

Rundumschlag statt Selbstkritik

Shanghai. Basketball-Verbandsboss Weiss übt nach dem letzten WM-Spiel harsche Kritik an den Medien. Dennis Schröder nimmt er in Schutz.

Vor dem Abschied aus China gab es für Dennis Schröder wieder die schützende Hand, für die Medien eine volle Breitseite. „Die Berichterstattung in Deutschland geht mir auf den Wecker“, monierte Ingo Weiss nach dem letzten WM-Spiel der deutschen Basketballer in Shanghai. Dem Verbandsboss gefiel überhaupt nicht, was er aus der Ferne lesen musste. „Ich komme in die Halle, Dennis Schröder wird aufgerufen, und die ganze Halle grölt. Bei uns wird nur über Dennis gelästert.“

Die kritischen Worte über den Schlüsselspieler sowie über die Leistungen der Mannschaft sind Weiss ein Dorn im Auge. Deshalb machte der Präsident des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) beim Fazit zum enttäuschenden Turnier eine einfache Rechnung auf. „Am Ende des Tages haben wir zwei Spiele verloren. Das waren natürlich zwei entscheidende Spiele, eines haben wir mit vier und eines mit zwei Punkten verloren. Und trotzdem werden über uns Kübel voller Scheiße ausgeschüttet“, sagte Weiss klagend.

Bei der Blamage gegen die Dominikanische Republik, gleichbedeutend mit dem Vorrunden-Aus, sei die Mannschaft „grottenschlecht“ gewesen, gab jedoch auch Weiss zu. Bei der dringend nötigen Aufar­beitung der Endrunde, bei der mit Platz 18 zumindest die Chance auf ein Olympia-Ticket gewahrt wurde, sollte der Blick deshalb vor allem nach innen gehen.

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