Trump setzt Mega-Bombe ein

Washington. Das US-Militär lässt die Muskeln spielen. Und setzt auch ein Signal Richtung Nordkorea.

Als die Bombe gefallen war, sprach Donald Trump von einer "weiteren sehr, sehr erfolgreichen Mission". Es war das erste Mal, dass seine Streitkräfte zu einer Waffe griffen, deren Spitzname schon alles über ihre Wucht sagt: Mutter aller Bomben. Im Osten Afghanistans abgeworfen, soll sie ein Tunnellabyrinth der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" zerstört und, so das afghanische Verteidigungsministerium, 36 IS-Kämpfer getötet haben. Während Kritiker von Trump wissen wollen, welche langfristigen Ziele er mit solchen Aktionen verfolgt, ist gerade ein US-Präsident zu erleben, der sich an Machtdemonstrationen förmlich berauscht.

Trump spricht mit unverhohlenem Stolz davon, dass er sein Militär von der Leine gelassen hat. Restriktionen, wie sie noch unter Barack Obama galten, seien aufgehoben, verkündet das Weiße Haus. In taktischen Belangen könnten die Kommandeure vor Ort alle Entscheidungen treffen, ohne sich noch einmal mit Washington absprechen zu müssen. Ergo, so zumindest die offizielle Darstellung, habe der Staatschef den Einsatz der gewaltigen Bombe nicht extra genehmigen müssen.

Ob das nun stimmt oder nicht: Trump, der große Stücke auf Generäle hält, weshalb er gleich mehrere in sein Kabinett holte, gefällt sich in der Rolle des Delegierenden, der seinen Spezialisten für Kriegsführung freie Hand lässt. Was aus seiner Sicht den Vorteil hat, dass er Verantwortung leugnen kann, wenn es schiefgeht. "Ich mache es so, ich autorisiere mein Militär", sagte er wenige Stunden nach dem Abwurf. "Wir haben das beste Militär der Welt. Wir haben ihm alle Vollmachten gegeben, und das ist es, was es dann tut. Offen gesagt, das ist der Grund, warum es in letzter Zeit so erfolgreich war."

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