Offenbar rechtsextremistisches Motiv

Weltweites Entsetzen nach Attentat auf Synagoge in Halle

Mit einem Großaufgebot waren Polizisten in Schutzausrüstung am Mittwoch nach den Schüssen in Halle im Einsatz. FOTO: dpa / Sebastian Willnow

Halle. Der Angriff mit zwei Toten hat offenbar einen rechtsextremistischen Hintergrund. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Bei einem Attentat in Halle/Saale in Sachsen-Anhalt sind vor einer Synagoge und an einem Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen worden. Die jüdische Gemeinde entging unmittelbar vorher womöglich einer Katastrophe. Ein Täter mit Stahlhelm und Stiefeln versuchte Mittwochmittag die Sy­nagoge mit Waffengewalt zu stürmen, scheiterte jedoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. In dem Gotteshaus feierten 70 bis 80 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.

Die Stadt Halle sprach am frühen Nachmittag von einer „Amoklage“. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, mehrere bewaffnete Täter seien mit einem Auto auf der Flucht. Fotos und Videos, die von Medien veröffentlicht wurden, zeigten aber nur einen maskierten Schützen. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person. Aus Sicherheitskreisen hieß es am Abend, es deute nun doch alles auf einen Einzeltäter hin – dabei soll es sich um den 27 Jahre alten Stephan B. handeln. Der Generalbundesanwalt zog die Ermittlungen an sich. Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sei ein rechtsextremistisches Motiv sehr wahrscheinlich.

Bei dem Angriff auf die Synagoge legte der Täter auch Sprengsätze vor dem Gotteshaus ab. Es fielen zudem mehrere Schüsse. Ein weibliches Opfer wurde vor der Synagoge tödlich getroffen. Außerdem wurde ein Mann in oder an einem Döner-Imbiss getötet.

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