Ökumenische Aktion in Trier

Kirchen werben für ein Ja zum Leben

Trier. Von Michael Merten

Birgit Kruppert ist stolz auf ihren Sohn Lucas. „Er ist ein toller Kerl, er fährt Kanu, er war bei den Special Olympics und hat dort eine Silbermedaille gewonnen.“ Am Samstagmittag sitzen der 21-Jährige und seine 55-jährige Mutter aus Trassem bei Saarburg im Festzelt vor dem Trierer Dom und plaudern mit Kardinal Reinhard Marx. Ein Tisch weiter mischt sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, unter die Besucher.

Für Birgit Kruppert war klar, dass sie zur Eröffnung der ökumenischen „Woche für das Leben“ in Trier gehen würde – mit ihrem geistig behinderten Sohn. Denn das Aktionsmotto „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“, mit dem die beiden großen Kirchen einen kritischen Blick auf die Möglichkeiten der vorgeburtlichen Untersuchungen werfen wollen, beschäftigt die Mutter.

Werdende Eltern können heute mit den Mitteln der Pränataldiagnostik (PND) gezielt nach Auffälligkeiten beim ungeborenen Kind suchen lassen. Vor mehr als 20 Jahren wusste Kruppert während ihrer Schwangerschaft nicht, dass Lucas einen schweren Herzfehler haben würde. „Ich weiß nicht, wie ich mich entschieden hätte“, sagt die Mutter. Für mit sich ringenden Eltern hat sie aber eine Botschaft: „Als ich ihn bekommen habe, hat der leitende Arzt mir gesagt: Bei allen Schwierigkeiten wird dieses Kind Ihr Leben bereichern. Das war so und das würde ich gerne weitergeben.“

top