„Trostlose Diskussion“

Werbeverbot für Tabak: Ärzte machen Druck

Ein Mann raucht eine Zigarette. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa FOTO: Daniel Bockwoldt

Berlin. Die Große Koalition ringt schon lange darum, Zigaretten-Reklame einzudämmen - doch wie weit soll das gehen? Eine Zeitvorgabe der Kanzlerin läuft bald ab. Mediziner fordern klare Entscheidungen.

Die Ärzte in Deutschland dringen zum Schutz der Gesundheit auf umfassende Werbeverbote fürs Rauchen. „Die langwierige Diskussion um die Plakatwerbung ist trostlos“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist unverständlich, dass wir das Werbeverbot als letztes Land in der EU immer noch nicht vollständig durchgesetzt haben.“ Die Ärzteschaft sei ganz klar für ein generelles Tabakwerbeverbot, und zwar auch für elektronische Zigaretten. „Da kann man der Industrie nicht entgegenkommen. Rauchen ist schädlich, Punkt.“

Die große Koalition verhandelt seit Monaten über einen neuen Anlauf für Werbeverbote, nachdem die Union generellen Widerstand dagegen aufgegeben hat. Dabei geht es darum, bestehende Beschränkungen auf Plakatwerbung und Kinos auszuweiten. Im Gespräch ist, dass sie nicht nur für klassische Tabakprodukte greifen sollen, sondern auch für E-Zigaretten. Die SPD will dies durchsetzen, dafür macht sich auch die neue Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) stark.

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