Fast 42.500 Einheiten weniger

Sozialwohnungen verschwinden trotz Milliarden-Förderung

Nach einer bestimmten Zeit dürfen Sozialwohnungen wieder normal am Markt vermietet werden. Foto: Ina Fassbender FOTO: Ina Fassbender

Berlin. Wer wenig verdient, findet in vielen Städten kaum noch eine Wohnung. Selbst auf Sozialwohnungen können sich Bedürftige nicht mehr verlassen - denn trotz Milliarden-Förderung gibt es davon in Deutschland immer weniger.

Die Baubranche befürchtet deshalb eine regelrechte „Wohnwut“ in der Bevölkerung und großen sozialen Sprengstoff. Aus ihrer Sicht handelt die Politik zu zögerlich. Die Bundesregierung dagegen sieht die Länder in der Verantwortung.

Im vergangenen Jahr fielen erneut deutlich mehr Wohnungen mit subventionierten Mieten weg als neu gebaut wurden. Zum Jahresende 2018 gab es in Deutschland fast 42.500 Sozialwohnungen weniger als noch ein Jahr zuvor, ein Minus von 3,5 Prozent. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage aus der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Insgesamt wurden zum Jahreswechsel bundesweit fast 1,18 Millionen Sozialwohnungen vermietet.

Bei diesen Wohnungen sind die Mieten staatlich reguliert und dadurch vergleichsweise niedrig. Nur Menschen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen, dürfen dort wohnen. Zentrales Kriterium ist das Haushaltseinkommen - allerdings sind die Einkommensgrenzen von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. In der Regel dürfen die Mieter auch dann in der Sozialwohnung bleiben, wenn sie nach einiger Zeit mehr verdienen.

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