Maaßen-Bewertung erst am Abend

Seehofer: Rechtsradikalen-Auftritt in Chemnitz war „unschön“

Horst Seehofer (CSU), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau, spricht im Bundesinnenministerium. Foto: Michael KappelerFOTO: Michael Kappeler

Berlin. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich besorgt gezeigt über das Auftreten von Rechtsradikalen nach dem Gewaltverbrechen in Chemnitz.

„Die Vorgänge sind unschön. Wir haben es mit Rechtsradikalen zu tun. Wir haben es mit antisemitischen Vorfällen zu tun und haben es aber auch mit einem Fall eines Gewaltverbrechens zu tun“, sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir müssen alle drei Dinge bekämpfen, analysieren und auch mit Konsequenzen versehen soweit es um das Verbrechen geht.“

In Chemnitz war Ende August ein 35-jähriger Deutscher getötet worden. Verdächtigt werden drei Asylbewerber. Danach kamen Tausende zu einer Kundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz, darunter auch gewaltbereite Neonazis und Hooligans. Manche zeigten den Hitlergruß. Auch wegen eines Angriffs auf ein jüdisches Restaurant wurde Anzeige erstattet.

Zum schriftlichen Bericht von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen will der Minister sich nicht vor dem Mittwochabend öffentlich äußern. Er könne zu dessen Einschätzungen der Vorfälle in Chemnitz noch keine Bewertung abgeben, weil er zunächst in den Innenausschuss des Bundestages kommen wolle, sagte Seehofer. „Und es wäre nicht korrekt, wenn die Abgeordneten vorher meine Einlassungen über die Öffentlichkeit erfahren.“

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