Gedenkveranstaltung

Rosen, Kerzen und Danke an die Nachbarn - 30 Jahre Mauerfall

Besucher stecken Blumen bei der Gedenkveranstaltung der Stiftung Berliner Mauer an der Bernauer Straße in Mauerschlitze der Hinterlandmauer. Foto: Michael Kappeler/dpa FOTO: Michael Kappeler

Berlin. Als vor 30 Jahren die Mauer zwischen Ost und West einstürzte, war der Jubel groß. Den kennen junge Menschen nur vom Erzählen oder aus alten Aufnahmen. Am Tag der Erinnerung blicken sie auch in die Zukunft.

Der kleine Theodor aus Berlin hört Geschichten aus einer anderen Welt. Aus einer Zeit, in der Menschen hinter einer Mauer eingesperrt waren. „Damit sie nicht weglaufen“, sagt der Fünfjährige.

Das hat ihm zuvor Angela Merkel (CDU) erzählt. Bei dem zentralen Gedenken zum Fall der Mauer vor 30 Jahren nimmt sich die Kanzlerin am Samstag Zeit, bleibt bei dem Jungen und seiner Mutter stehen und unterhält sich mit ihnen. Als Merkel so alt gewesen sei wie Theodor, habe sie ihre Oma von der anderen Seite der Mauer nur einmal im Jahr sehen können, berichten die beiden aus dem Gespräch mit der Kanzlerin an der Bernauer Straße.

Dieser trübe Novembertag ist ein besonderer Tag der Erinnerung an die friedliche Revolution vom Herbst 1989 und der Freude über den Mauerfall. Es ist aber auch ein Tag, der zeigt, dass das geeinte Deutschland normal geworden ist und ein historischer Jahrestag ohne großen Jubel und Pathos auskommt.

top