Interview mit Partei-Gründer

Lucke: Verleger Kubitschek hat mehr Einfluss als Höcke

Der ehemalige AfD-Vorsitzende Bernd Lucke hält den rechten Verleger Götz Kubitschek für den wichtigsten Strippenzieher im rechtsnationalen Flügel der AfD. Foto: Frank Rumpenhorst FOTO: Frank Rumpenhorst

Berlin. Der frühere AfD-Vorsitzende Bernd Lucke hält den rechten Verleger Götz Kubitschek für den wichtigsten Strippenzieher des Rechtsaußen-Flügels seiner einstigen Partei.

Er selbst habe „erst spät gemerkt“, wie groß Kubitscheks Einfluss auf die Vertreter des „Flügels“ sei, räumte Lucke im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ein. Er erklärte, erst der starke innerparteiliche Protest gegen die Entscheidung der Parteispitze vom Februar 2015, Kubitschek und dessen Ehefrau nicht in die AfD aufzunehmen, habe ihm vor Augen geführt, „was für Netzwerke er schon in der Partei hatte - nicht nur im Osten“. Lucke war von April 2013 bis Juli 2015 AfD-Chef.

Zu den wichtigsten Vertretern des „Flügels“ gehören aktuell der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und der Brandenburger AfD-Chef Andreas Kalbitz. Kubitschek, der den Antaios-Verlag und das „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda (Sachsen-Anhalt) betreibt, ist nach Angaben von Parteisprecher Bastian Behrens bis heute nicht Mitglied der Partei.

Lucke ist Europaabgeordneter und Spitzenkandidat der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) für die Europawahl Ende Mai. In seinem Buch „Systemausfall“ (Finanzbuchverlag), das diese Woche erscheint, schreibt Lucke: „Es gibt viele AfD-Funktionäre, die schlicht nur ein Werkzeug Kubitscheks sind. Wenn Höcke eines Tages fallen sollte, wie (Sachsen-Anhalts ehemaliger Landtagsfraktionsvorsitzender André) Poggenburg gefallen ist, dann wird soldatisch ein anderer an seine Stelle treten.“

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