Feuertod in der Gefängniszelle

Linke fordert Untersuchungsausschuss im Fall Jalloh

Dummy im Institut für Brand- und Löschforschung: Auch nach umfangreichen Ermittlungen ist unklar, wie der an Händen und Füßen gefesselte Mann aus Sierra Leone ums Leben kam. Foto: Arno BurgiFOTO: Arno Burgi

Magdeburg. Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt hat einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Gefängniszelle in Dessau gefordert.

Hat sich der gefesselte Asylbewerber Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle selbst angezündet oder könnten Polizisten Hand angelegt haben? Knapp 13 Jahre nach dem ungeklärten Feuertod des Mannes aus Sierra Leone sorgen Details aus den Ermittlungsakten für Debatten.

Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt forderte einen Untersuchungsausschuss und den Rücktritt von Landesjustizministerin Anne-Marie Keding (CDU). „Juristische Aufklärung ist ebenso notwendig wie politische“, sagte die Linken-Innenexpertin Henriette Quade.

Das Ermittlungsverfahren zu Jallohs Tod hatte die Staatsanwaltschaft Halle im Oktober eingestellt. Zuvor hatte der zuständige Dessauer Oberstaatsanwalt Folker Bittmann in einem Aktenvermerk verschiedenste Erkenntnisse von Gutachtern zusammengeführt und einen Anfangsverdacht für ein Tötungsdelikt formuliert. Demnach könnte Jalloh in einem hilflosen Zustand mit einer geringen Menge Feuerzeugbenzin bespritzt und angezündet worden sein. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ zitierte in ihrer Donnerstagsausgabe aus dem Vermerk, der auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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