Veranstaltungen in Berlin

Feiern an historischem Tag: Vor 30 Jahren fiel die Mauer

Bundespräsident Steinmeier und Bundeskanzlerin Merkel erinnern bei der Gedenkveranstaltung gemeinsam mit den Staatsoberhäuptern Polens, der Slowakei, Tschechiens und Ungarns an die Öffnung der Berliner Mauer. Foto: Kay Nietfeld/dpa FOTO: Kay Nietfeld

Berlin. Es war eine Weltsensation, als SED-Politbüromitglied Günter Schabowski am Abend des 9. November 1989 in Ost-Berlin fast beiläufig die Öffnung der Grenzen verkündete. Der Jubel von einst ist verhallt, zum Jubiläum gibt es viele nachdenkliche Töne.

Deutschland feiert den Fall der Mauer vor 30 Jahren und erinnert an die friedliche Revolution. In der Hauptstadt werden zu einem zentralen Gedenken in der Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.

Die Wiedervereinigung wird nach Merkels Ansicht jedoch deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ursprünglich erhofft. „Bei manchem, von dem man gedacht hat, dass es sich zwischen Ost und West angleichen würde, sieht man heute, dass es doch eher ein halbes Jahrhundert oder länger dauert“, sagte Merkel der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenende).

Christoph Hein, einer der wichtigsten Schriftsteller in der DDR, kritisierte, wie es zur deutschen Einheit kam: „Es gab keine Wiedervereinigung, es war ein Beitritt, den man auch Anschluss nennen kann“, sagte er dem „Neuen Deutschland“ (Samstag). Die Ostdeutschen hätten sich den Gesetzen, Normen und Werten der Bundesrepublik unterwerfen müssen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) wies derartige Vorwurf zurück. Das sei „Unsinn“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Die „klare Mehrheit“ der Menschen (in der DDR) habe damals gerufen: „Wir sind ein Volk.“

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