„Mehr als Symbolik“

Evangelische Kirche will eigenes Schiff zur Seenotrettung

Migranten steuern in einem Schlauchboot auf die griechische Insel Kos zu. Die EKD will mit einem eigenen Schiff zur Seenotrettung im Mittelmeer aufbrechen. Foto: Santi Palacios/Archiv FOTO: Santi Palacios

Berlin. Die Evangelische Kirche in Deutschland will selbst ein Schiff zur Seenotrettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer schicken.

Nach gründlicher Prüfung habe der Rat der EKD beschlossen, eine entsprechende Resolution des jüngsten Kirchentages umzusetzen, sagte der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm am Donnerstag in Berlin. „Es ist mehr als Symbolik, es geht um exemplarisches Handeln. Es werden ganz konkret Menschen gerettet“, betonte er.

Der Rat wisse, dass es auch in der Kirche Menschen gebe, die eine solche Aktion kritisch sehen. Die Entscheidung sei aber in der Kirchenkonferenz und im Rat der EKD „in großer Einmütigkeit getroffen“ worden.

Die Kirche trete gleichzeitig für eine politische Lösung des Umgangs mit geretteten Flüchtlingen ein. „Wir müssen einen Verteilmechanismus in Europa zustande kriegen, der verhindert, dass bei jedem einzelnen Schiff wieder von Neuem darum geschachert wird, ob Menschen an Land dürfen und wohin sie gehen dürfen.“ Bedford-Strohm wies zudem darauf hin, dass die Kirchen seit Jahrzehnten in Afrika Entwicklungsprojekte förderten, um Menschen in ihren Ländern Perspektiven zu geben.

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