Bundesweite Aktionen

Bauernproteste gegen Agrarpolitik

Traktoren, so weit das AUge reicht: Auch in Hannover protestierten Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Foto: Sina Schuldt/dpa FOTO: Sina Schuldt

Bonn. Mit Hunderten Traktoren und kilometerlangen Konvois haben Bauern am Dienstag in vielen Regionen Deutschlands den Verkehr blockiert, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren.

Bei der zentralen Kundgebung in Bonn versammelten sich rund 6000 Teilnehmer, erwartet wurden bis zu 10.000. Ein Trecker-Konvoi dorthin war zehn Kilometer lang, wie die Polizei berichtete. Die Landwirte protestierten vor allem gegen strengere Regeln zum Umwelt- und Insektenschutz, weil sie dadurch ihre Existenz bedroht sehen. Auch in München, Hannover, Stuttgart und vielen anderen Städten versammelten sich Bauern mit ihren Treckern.

„Unsere Existenz ist bedroht“, sagte Eva-Maria Dingwerth von einem Familienbetrieb aus der Nähe von Osnabrück, die mit etlichen Kollegen auf den Bonner Münsterplatz kam. Ihr Familienbetrieb baut Obst und Spargel an - was mit strengeren Vorgaben fürs Düngen deutlich schwieriger werde. Auch die Bürokratie nehme immer weiter zu, so dass sie sich kaum noch auf die eigentliche Arbeit konzentrieren könne.

Die Traktoren sorgten in den Großstädten für viel Aufsehen. Von Bürgersteigen und Straßenbahnen aus filmten Schaulustige die Konvois. Weil Traktoren maximal Tempo 50 fahren dürfen, waren manche Bauern schon mitten in der Nacht nach Bonn aufgebrochen. Trotzdem reichte am Vormittag die Energie noch zum Blinken, Hupen und um heimische Äpfel an Passanten zu verteilen.

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