Bundesweite Aktionen geplant

Bauern protestieren - Schulze mahnt mehr Insektenschutz an

Eine Puppe hängt an einem Traktor und baumelt an einem Galgen mit dem Schild: "Ist der Landwirt tot gibt es kein Brot". Foto: Guido Kirchner/dpa/Archiv FOTO: Guido Kirchner

Berlin. Parallel zu den geplanten Protesten Tausender Bauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung mahnt Umweltministerin Svenja Schulze mehr Schutz für Insekten in der Landwirtschaft an.

Zur Begründung weist sie auf den zahlenmäßigen Rückgang bei Feldvögeln hin: „Leider konnte der dramatische Abwärtstrend bei den Feldvögeln bislang nicht gestoppt werden“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Es seien „deutlich mehr Anstrengungen“ nötig.

Sie äußerte sich angesichts von Zahlen, die eine Fachgruppe der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft an diesem Dienstag veröffentlichen wollte. Aus den Analysen geht laut Umweltministerium hervor, dass die Zahl der abnehmenden und stark abnehmenden Agrarvogelarten von 55 auf 68 Prozent gestiegen ist, und dass bei weniger Arten der Bestand zunimmt. Besonders betroffene Arten seien unter anderem das Rebhuhn mit einem Rückgang von 89 Prozent seit 1992 und der Kiebitz mit minus 88 Prozent.

Tausende Bauern wollen sich an den Protesten in zahlreichen Städten beteiligen. Zur größten Demonstration in Bonn (11.00 Uhr) werden 8000 bis 10.000 Landwirte mit rund 800 Traktoren erwartet. „Wir möchten, dass die Politik und Verbände mit uns als Basis sprechen“, sagte Meike Schulz-Broers vom Organisationsteam des Netzwerks „Land schafft Verbindung“. In diesem haben sich Zehntausende deutsche Landwirte über Facebook und WhatsApp zusammengeschlossen.

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