Erhöhungen geplant

Azubi-Mindestlohn soll ab 2020 bei 515 Euro im Monat liegen

Eine Auszubildende arbeitet in einem Hotel in der Küche. Foto: Sebastian Gollnow FOTO: Sebastian Gollnow

Berlin. Auszubildende sollen ab dem kommenden Jahr mindestens 515 Euro im Monat verdienen. Eine entsprechende Reform des Berufsbildungsgesetzes will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch beschließen.

Es schreibt damit erstmals in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Vergütung von Azubis fest - analog zum gesetzlichen Mindestlohn. „Auf der einen Seite wollen wir die Leistung, die die jungen Menschen in den Betrieben erbringen, wertschätzen und anerkennen“, sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Montag in Berlin. Auf der anderen Seite wolle man „weiter die hohe Dynamik in den Betrieben erhalten, gute und hochwertige Ausbildung anzubieten“.

Der Mindestbetrag von 515 Euro soll ab 2020 für Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr gelten. In den Folgejahren soll sich die Mindestausbildungsvergütung nach den Plänen Karliczeks weiter erhöhen - im Jahr 2021 auf 550 Euro, 2022 auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro. Im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr soll es ebenfalls mehr geben - plus 18 Prozent im zweiten Jahr, 35 Prozent im dritten und 40 Prozent im vierten Ausbildungsjahr. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe über die Pläne berichtet.

Umstritten war in der Regierung bis zuletzt die Höhe der Zahlungen. Für die Betriebe müsse die Mindestvergütung wirtschaftlich tragbar sein, mahnte Karliczek. Dort, wo der Einstieg in den Mindestlohn nicht so schnell gewährleistet werden könne, wolle man den Betrieben gemeinsam mit den Sozialpartnern einen längerfristigen Einstieg ermöglichen. Zudem soll der Mindestlohn nur dort gelten, wo es derzeit keine Tarifverträge für Azubis gibt. Ist tariflich ein geringerer Lohn vereinbart, soll dieser weiter gezahlt werden.

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