„Deutscher James Bond“

Alles auf Null: Neuer Steuerprozess gegen Ex-Agent Mauss

Ex-Geheimagent Werner Mauss im Bochumer Landgericht. Foto: Marcel Kusch FOTO: Marcel Kusch

Karlsruhe. Es geht um Undercover-Missionen, geheimnisvolle Auslandskonten und mögliche Schäden für den deutschen Fiskus in Millionenhöhe: Der Strafprozess gegen den legendären Ex-Agenten Werner Mauss wegen Steuerhinterziehung bot Einblicke in eine Welt, die man sonst nur aus Filmen kennt.

Jetzt muss er komplett neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob am Donnerstag die Verurteilung des 78-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung mit sämtlichen Feststellungen auf. Die Entscheidung weise in einem zentralen Punkt Widersprüche auf, sagte der Vorsitzende Richter Rolf Raum in Karlsruhe. (Az. 1 StR 347/18)

Das Landgericht Bochum muss den Fall Mauss nun vor einer anderen Wirtschaftsstrafkammer noch einmal von vorn verhandeln. Anklage wie Angeklagter hatten gegen das Urteil von Oktober 2017 Revision eingelegt - jeweils mit Erfolg. Die Staatsanwaltschaft will eine höhere Haftstrafe erreichen, Mauss' Verteidiger den Freispruch.

Mauss war jahrzehntelang ein Phantom, eine Art „deutscher James Bond“. Kein Foto existierte von ihm in der Öffentlichkeit, nur mehrere Alias-Namen. Bei seinen weltweiten Einsätzen für private und staatliche Auftraggeber hatte er es mit Geiselnehmern, Terroristen und Drogenkartellen zu tun. Auch der Bundesregierung galt Mauss wegen seiner Kontakte als wichtiger Türöffner, wie der ehemalige Staatsminister im Kanzleramt, Bernd Schmidbauer (CDU), im Bochumer Prozess schilderte, vor allem zu südamerikanischen Guerillagruppen.

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