Treffen im Kanzleramt

„Agrargipfel“: Merkel sichert Bauern Respekt und Gehör zu

Bauern sammeln sich in der Nähe des Autobahnkreuzes Bayreuth/Kulmbach, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Foto: Nicolas Armer/dpa FOTO: Nicolas Armer

Berlin. Bei den Bauern brodelt es seit Wochen. Nun setzt die Kanzlerin ein Zeichen und spricht drei Stunden mit der Branche. Im neuen Jahr soll auch ein Dialog mit Verbrauchern kommen - mehr als Symbolik?

Wenn die Kanzlerin die Wirtschaft empfängt, ging es zuletzt oft um die Autoindustrie. Nach Traktoren-Protesten quer durch Deutschland lud Angela Merkel (CDU) aber zum „Agrargipfel“ - und versicherte den Bauern, sie bei weiteren Vorgaben zum Natur- und Klimaschutz einzubeziehen.

Dazu signalisierte sie gleich mehrfach Anerkennung für die aufgebrachten Landwirte, die „ein ganz wichtiger Teil der Gesellschaft“ seien. Im neuen Jahr soll ein großer Dialog über gesellschaftliche Erwartungen an die Bauern folgen. Umstrittene Billig-Angebote für Lebensmittel sollen ebenfalls stärker ins Visier.

Knapp eine Woche nach dem Protest Tausender Bauern mit einer langen Traktoren-Kolonne am Brandenburger Tor betonte die Kanzlerin gleich zu Beginn: „Großer Respekt für ihre Arbeit, die schwierig ist.“ Es müssten in vielen Bereichen neue Antworten gefunden werden. „Aber das wollen wir mit Ihnen machen, und das wollen wir nicht gegen Sie machen“, sagte Merkel in die Runde. Dabei waren Vertreter mehrerer Landwirtschaftsverbände von Bauern und der Ökobranche über Imker und Landfrauen bis zur Bioenergie - und auch die Initiative „Land schafft Verbindung“, die für die jüngsten Demonstrationen mobilisiert hatte.

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