Der (an)gespannte Blick über den Rhein

Berlin. Deutsche Politiker zeigen sich besorgt über den Ausgang der nahenden Präsidentschaftswahl in Frankreich.

Präsidentschaftswahlen im wichtigsten Nachbarland waren aus deutscher Sicht schon immer spannend, doch diesmal ist die Aufmerksamkeit für Frankreich besonders groß. Vor allem, weil die Rechtspopulistin Marine Le Pen echte Chancen hat. Unsere Zeitung hat vor dem ersten Wahlgang am Sonntag prominente deutsche Politiker nach ihren Erwartungen gefragt.

Laut den letzten Umfragen liegen der liberale Kandidat Emmanuel Macron und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National mit jeweils deutlich über 20 Prozent vorne, gefolgt vom Konservativen François Fillon (rund 20 Prozent). Auch der Linkssozialist Jean-Luc Mélenchon und, mit etwas Abstand, der Sozialdemokrat Benoît Hamon haben Chancen. Nur die beiden Erstplatzierten kommen in die Stichwahl am 7. Mai. Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sorgt sich, dass das die Kandidaten "des extremen rechten und des extremen linken Flügels" sein könnten, die beide anti-europäisch eingestellt sind. "Das wäre ein schwerer Rückschlag für Europa und vor allem auch für die Grenzregion", sagte die CDU-Politikerin. "Ich hoffe daher, dass die Frustration, die in Frankreich spürbar ist, nicht in reinen Protest bei den Wahlen umschlägt, sondern klar die politische Mitte des Landes stärkt."

Katarina Barley, Generalsekretärin der Bundes-SPD, sieht das ganz ähnlich. Sie rechnet beim ersten Wahlgang mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen vier Kandidaten. "Ich hoffe, dass Marine Le Pen mit ihrem europafeindlichen und offen rassistischen Wahlkampf die Herzen vieler Franzosen nicht erreichen wird", sagte die Rheinland-Pfälzerin. Schon bei den Wahlen in den Niederlanden seien die Rechtspopulisten damit gescheitert.

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