Der wiederum spricht, wann immer ihm Medienberichte nicht gefallen, in Anlehnung an Trump von Fake News. Bei Fox News, dem Haussender der amerikanischen Konservativen, unterstützte Bolsonaro den Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze, mit einer Rhetorik, die an Trumps Kandidatenpremiere im Juni 2015 erinnerte. Die große Mehrheit der Migranten komme nicht in guter Absicht, „sie hat nicht vor, ihr Bestes zu geben oder dem US-amerikanischen Volk Gutes zu tun“. Dann empfing der ehemalige Fallschirmjäger in der Botschaft seines Landes Meinungsmacher aus dem rechten Spektrum zum Dinner. Neben ihm saß Steve Bannon: Bei Trump in Ungnade gefallen, weil er für ein Buch des Journalisten Michael Wolff aus dem Nähkästchen der Macht plauderte, versteht er sich inzwischen als Regisseur einer populistischen Revolte von Rom bis Rio de Janeiro.

Um die neue Achse zu untermauern, wird Trump dem südamerikanischen Land den Status eines Nicht-Nato-Alliierten zubilligen, was in der Praxis bedeutet, militärisch enger zu kooperieren. Sogar die Aufnahme Brasiliens in die Nato könne er sich vorstellen. Er müsste darüber „mit vielen Leuten“ reden, aber denkbar wäre es, sagte er, bevor ein früherer Kommandeur der Nato die Idee zu einem Rohrkrepierer erklärte. Der Nato-Vertrag von 1949 lasse eine Mitgliedschaft nicht zu, „die Brasilianer würden es gar nicht anstreben, und falls doch, würden die Europäer es ablehnen“, meldete sich Ex-US-Admiral James Stavridis zu Wort. Offensichtlich war es ein Versuchsballon, den Trump gestartet hatte, ohne Rücksicht auf die Details. Die alten Allianzen des Westens, für ihn sind sie schon jetzt überflüssig.


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