Demo in London

Zehntausende bei „Gelbwesten“-Protest in Frankreich

Teilnehmer einer Demonstration der „Gelbwesten“ gehen in Bourges hinter ihren Barrikaden in Deckung, als Polizisten Tränengas einsetzen. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP FOTO: Rafael Yaghobzadeh

Paris/London. Kurz vor Beginn einer „nationalen Debatte“ zur Lösung der „Gelbwesten“-Krise sind in Frankreich erneut Zehntausende Menschen aus Protest gegen die Regierung auf die Straßen gegangen.

Rund 84.000 „Gelbwesten“ seien im ganzen Land gezählt worden - weit mehr als am vergangenen Wochenende, wie französische Medien unter Berufung auf das Innenministerium berichteten. Es war bereits das neunte Protestwochenende in Folge. In London fand die Bewegung Nachahmer. Tausende demonstrierten am Samstag in der britischen Hauptstadt gegen die Regierung von Premierministerin Theresa May.

In Paris und anderen französischen Städten kam es ab dem Nachmittag zu Spannungen zwischen Polizei und Protestierenden. Von gravierenden Ausschreitungen wurde jedoch vorerst nichts bekannt. Einige Demonstranten hätten in der Hauptstadt nahe dem Triumphbogen Wurfgeschosse in Richtung von Polizisten geschleudert, sagte eine Polizei-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Sicherheitskräfte hätten daraufhin Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt.

In Paris wurden wieder zahlreiche Menschen im Zusammenhang mit den „Gelbwesten“-Protesten festgenommen. Sie hätten verbotene Waffen getragen oder sich einer Gruppe angeschlossen, die möglicherweise Gewalttaten begehen werde, hieß es bei der Polizei. Laut Staatsanwaltschaft wurden bis zum Abend mehr als 100 Menschen in Paris in Polizeigewahrsam genommen.

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