Plädoyer in Istanbul

Yücel-Prozess: Staatsanwalt fordert bis zu 16 Jahre Haft

Die Artikel, die Deniz Yücel geschrieben hat, sind ein zentraler Punkt in der Anklageschrift. Foto: Michael Kappeler/dpa FOTO: Michael Kappeler

Istanbul. Strafen wegen Propaganda für die PKK und Volksverhetzung: Im Prozess gegen den Journalisten Deniz Yücel hat der Staatsanwalt sein Plädoyer gehalten. Er will den „Welt“-Reporter für viele Jahre hinter Gittern sehen. Doch dafür müsste er ihn erst einmal haben.

Im türkischen Prozess gegen den „Welt“-Reporter Deniz Yücel wegen Terrorvorwürfen hat der Staatsanwalt bis zu 16 Jahre Haft gefordert. Das sagte Yücels Anwalt Veysel Ok.

Der Staatsanwalt hatte sein Plädoyer nicht laut verlesen, sondern zuvor schriftlich eingereicht. Yücel-Anwalt Ok forderte mehr Zeit für die Verteidigung. Der Prozess soll nun am 2. April fortgesetzt werden. Yücel selbst ist nicht anwesend.

Der Staatsanwalt forderte Strafen wegen Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sowie Volksverhetzung. „Beides ist rechtswidrig“, sagte Ok. Denn es gebe ein Urteil des Verfassungsgerichtes, demzufolge der Inhalt von Yücels Artikeln im Rahmen der Pressefreiheit gewesen sei. „Entweder er hat es nicht gelesen oder er hat es ignoriert“, sagte Ok. Die Artikel, die Yücel als Türkei-Korrespondent geschrieben hatte, waren ein zentraler Punkt in der Anklageschrift.

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