Neue Munition für Demokraten

US-Diplomat: Trump machte mit Militärhilfe Druck auf Ukraine

US-Diplomat William Taylor nach seiner Aussage in Washington. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa FOTO: Andrew Harnik

Washington. US-Präsident Donald Trump gerät in der Ukraine-Affäre immer stärker unter Druck: Nach Darstellung des geschäftsführenden US-Botschafters in Kiew, William Taylor, hielt Trump US-Militärhilfe für die Ukraine zurück, um letztlich seinem politischen Rivalen Joe Biden zu schaden.

Das geht aus dem Eingangsstatement Taylors bei einer vertraulichen Anhörung am Dienstag im US-Repräsentantenhaus hervor, das die „New York Times“ und die „Washington Post“ veröffentlichten. Den Demokraten dürften die Aussagen des Spitzendiplomaten neue Munition für das von ihnen angestrebte Amtsenthebungsverfahren gegen Trump liefern.

Trump forderte Taylors Darstellung zufolge, dass der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj öffentlich erklärt, Ermittlungen gegen Bidens Sohn Hunter anzuordnen. Hunter Biden saß bis vergangenen April im Verwaltungsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma, Trump wirft ihm und seinem Vater Korruption vor. Joe Biden gehört zu den aussichtsreichen Bewerbern um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bei der Wahl im November 2020 - bei der Trump für die Republikaner zur Wiederwahl antritt.

Trump beharrt seit Wochen darauf, dass es kein „Quid pro quo“ gegeben habe - also keine Forderung an Selenskyj, als Gegenleistung für US-Militärhilfe Untersuchungen über Hunter Biden in Gang zu setzen.

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