Wikileaks-Gründer

Untersuchungen gegen Julian Assange in Schweden eingestellt

Julian Assange verlässt im Mai 2019 ein Gericht in London. Foto: Matt Dunham/AP/dpa FOTO: Matt Dunham

Stockholm. Der schwedische Teil des komplexen Falls Assange ist vom Tisch. Das sind gute Nachrichten für den in einem britischen Gefängnis sitzenden Wikileaks-Gründer, freikommen wird er aber nicht: Der Entschluss der Schweden ändert nichts daran, dass ihn die USA anklagen wollen.

Die schwedische Staatsanwaltschaft stellt die Vergewaltigungs-Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange ein.

Der Vorfall liege mittlerweile neun Jahre und damit so lange zurück, dass sich die Beweislage deutlich abgeschwächt habe, erklärte die stellvertretende Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, am Dienstag. Die Beweise reichten für eine Anklage nicht aus, sagte sie. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft könne jedoch angefochten werden. Wikileaks forderte, sich nun auf den Hauptschauplatz des Tauziehens um Assange - die USA - zu fokussieren.

Der 48 Jahre alte Gründer der Enthüllungsplattform sitzt derzeit in Großbritannien im Gefängnis. Ihm war das Asyl in der Botschaft Ecuadors in London entzogen worden, in die er sich 2012 aus Angst vor einer Auslieferung nach Schweden geflüchtet hatte. Gegen ihn lag ein europäischer Haftbefehl wegen der Vergewaltigungsvorwürfe in Schweden vor. Er befürchtete, zunächst nach Skandinavien und schließlich an die USA ausgeliefert zu werden. Diese Option ist nun ausgeschlossen.

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