Abstimmung wird verschoben

Unruhen in Hongkong wegen umstrittenem Auslieferungsgesetz

Nach den Ausschreitungen und dem Polizeieinsatz sieht es im Zentrum Hongkongs aus wie auf einem Schlachtfeld. Foto: Vincent Yu/AP FOTO: Vincent Yu

Hongkong. Bei schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Hongkong sind mindestens 72 Menschen verletzt worden. Zwei lagen auf der Intensivstation, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte. Eine unbekannte Zahl Demonstranten wurde festgenommen.

Regierungschefin Carrie Lam verurteilte die Proteste scharf als „Aufruhr“. Die Demonstrationen richteten sich gegen ein geplantes Gesetz für Auslieferungen an China. Wegen der Blockade des Parlaments und umliegender Straßenzüge musste die für Mittwoch geplante Debatte über das Gesetz vorerst verschoben werden.

In einer Eskalation der Gewalt gingen Polizisten mit Tränengas, Pfefferspray, Wasserwerfern, Gummigeschossen und Schlagstöcken gegen Tausende Menschen vor, die den Legislativrat und umliegende Straßenzüge belagert hatten. Demonstranten rissen Absperrgitter ein und bewarfen Polizisten mit Flaschen, Steinen und anderen Gegenständen. Die Proteste hielten auch am Abend Ortszeit an, so dass die Polizei nochmals Tränengas einsetzte.

Die Sicherheitskräfte hatte sich zuerst zurückgehalten, waren aber am Nachmittag gegen die Demonstranten vorgegangen, die gewaltsam den Legislativrat stürmen wollten, wie es hieß. Hintergrund der Proteste ist das geplante Auslieferungsgesetz. Es würde Hongkongs Behörden erlauben, von der chinesischen Justiz verdächtigte Personen an die kommunistische Volksrepublik auszuliefern.

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