In 20 Konflikten im Einsatz

UN-Behörde: Milizen lassen Tausende Kindersoldaten frei

Gewehre ehemaliger Kindersoldaten aus dem Südsudan bei einer Feier anlässlich ihrer Freilassung auf dem Boden. Foto: Sam Mednick/ArchivFOTO: Sam Mednick

New York. In wenigen Stunden werden die Kindersoldaten von ihren Rebellengruppe entlassen. Im Dienste ihrer Miliz mussten sie womöglich töten und plündern. Kurz vor ihrer Befreiung klammern sich einige der Jungen noch immer an ihre Holzwaffen, die sie zur Übung erhalten hatten.

Viele der Kinder, die in dieser Einrichtung von Hilfsorganisationen in Yambio im Südsudan übergangsweise übernachten und darauf warten, in die Normalität zurückzukehren, wirken noch verstört, wie Mark Nonkes von World Vision erzählt. „Sie haben einige der schlimmsten Dinge erlebt, die die Menschheit zu bieten hat.“

Die Kinder haben nach Monaten, manchmal Jahren des Leidens nun Glück gehabt. Sie gehören zu rund 300 Kindern, die von zwei Rebellengruppen freigelassen werden. Doch in dem Bürgerkriegsland im Osten Afrikas gehören dem UN-Kinderhilfswerk zufolge immer noch etwa 19 000 Kinder bewaffneten Gruppen an. Weltweit sind es nach UN-Angaben Zehntausende - eine genaue Zahl gibt es nicht. Projekte wie „Rebound“, das von World Vision und BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken gegründet wurde, versuchen Ex-Kindersoldaten einen Neustart nach den grausamen Erfahrungen zu ermöglichen. Auf das Schicksal der Betroffenen macht der Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten am Montag aufmerksam.

Wo ein Konflikt herrscht, werden oft auch Kinder mit hineingezogen und zu Tätern gemacht. In Ländern wie dem Südsudan, Irak, Somalia, der Zentralafrikanischen Republik, dem Kongo und Afghanistan werden jedes Jahr Tausende Kinder von bewaffneten Gruppen im Kampf eingesetzt; einige werden zwangsrekrutiert, andere schließen sich freiwillig an. Nicht nur Rebellen, sondern auch Regierungskräfte sind dafür verantwortlich.

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