„Open Arms“ und „Ocean Viking“

Seenotretter auf Irrfahrt: 500 Menschen suchen einen Hafen

Das Rettungsschiff „Open Arms“ der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hat derzeit 151 Migranten an Bord. Foto: Friedrich Bungert/Sea Watch FOTO: Friedrich Bungert

Madrid/Rom. Die fast zwei Wochen andauernde Irrfahrt des spanischen Rettungsschiffs „Open Arms“ mit 151 Migranten an Bord geht weiter. Die Situation an Bord werde „mit jedem Tag schwerer“, twitterte die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms am Dienstag.

Die NGO forderte die spanische Botschaft in Malta zur Aufnahme der 31 Minderjährigen an Bord auf. „Sie erfüllen die Bedingungen, um als Flüchtlinge anerkannt zu werden“, zitierten spanische Medien ein Schreiben von Kapitän Marc Reig an die diplomatische Vertretung.

Spaniens Verkehrsminister José Luis Ábalos betonte, der Kapitän habe aber keine „rechtliche Befugnis“, um Asyl für die Jugendlichen zu beantragen. Die „Open Arms“ habe bisher auch nicht offiziell darum gebeten, einen spanischen Hafen anlaufen zu dürfen, so Ábalos.

Auch die „Ocean Viking“ der Organisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen mit 356 geretteten Migranten sucht nach einem sicheren Hafen. Die beiden nächstgelegenen europäischen Länder - Italien und Malta - verweigern Rettungsschiffen aber immer wieder die Einfahrt in ihre Häfen und wollen, dass andere EU-Staaten vorab eine Aufnahme der Migranten zusichern. Proactiva schrieb in sozialen Netzwerken: „Tag 12. Verlassen. Das Schweigen Europas ist eine Schande.“

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