EU-Kommissionschef geht

Rührung und Witz: Jean-Claude Juncker nimmt Abschied

Stehende Ovationen für den scheidenden Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker (2.v.r.). Foto: Philipp von Ditfurth/dpa FOTO: Philipp von Ditfurth

Straßburg. Etwas melancholisch, bisweilen emotional, manchmal verschmitzt: Jean-Claude Juncker hat sich nach fünf Jahren als Präsident der Europäischen Kommission verabschiedet und Bilanz gezogen.

Es waren fünf Krisenjahre, daran erinnerte der 64-jährige Luxemburger am Dienstag im Europaparlament noch einmal, fünf Jahre mit Enttäuschungen und Erfolgen, Durchbrüchen und Verbitterung. Aber er schloss mit einem „Es lebe Europa!“. Und am Ende zollten fast alle Parteien dem oft eigenwilligen Christdemokraten Respekt.

„Ich scheide aus dem Amt nicht betrübt, auch nicht übermäßig glücklich, aber im Gefühl, mich redlich bemüht zu haben“, sagte Juncker. „Ich war stolz darauf, während langer Zeit und vor allem in den letzten fünf Jahren ein kleines Teilchen eines größeren Ganzen zu sein, das wichtiger ist als wir.“ Den Tränen nahe war er beim Dank an seine Kommissare: „Ohne sie wäre mir nichts gelungen.“

Der Luxemburger erinnerte daran, dass die Europäische Union vor allem ein Friedensprojekt sei. „Frieden ist nicht selbstverständlich, und wir sollten stolz darauf sein, dass Europa den Frieden erhält“, sagte er. Darüber müsse man auch mit jungen Menschen reden. Seinen Nachfolgern gab er aber vor allem mit: „Bekämpft mit aller Kraft den dummen Nationalismus.“

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