Wegen Corona-Krise

Putin verschiebt Abstimmung über Verfassungsänderung

Russlands Präsient Wladimir Putin in einem Schutzanzug während seines Besuchs in einem Krankenhaus für Covid-19-Patienten außerhalb von Moskau. Foto: Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa FOTO: Alexei Druzhinin

Moskau. Die Corona-Pandemie macht Kremlchef Putin einen Strich durch die Rechnung. Er ist gezwungen, die Abstimmung über die Verfassungsänderung für seinen Machterhalt zu verschieben. Zugleich macht er seinem Volk neue Geschenke, darunter eine Woche arbeitsfrei.

Kremlchef Wladimir Putin verschiebt wegen der Corona-Pandemie die für ihn politisch besonders wichtige Abstimmung über die größte Verfassungsänderung der russischen Geschichte.

Ein neuer Termin werde später je nach Entwicklung der Lage angesetzt, sagte Putin am Mittwoch in einer Fernsehansprache an sein Volk. Ursprünglich sollte am 22. April über das Grundgesetz abgestimmt werden. Es sichert Putin deutlich mehr Machtbefugnisse zu - und ermöglicht es ihm, noch bis 2036 im Amt zu bleiben, sollte er 2024 und 2030 erneut als Präsident kandidieren. Zugleich sicherte der Präsident im Kampf gegen die Krise breite finanzielle Unterstützung zu - für Bürger und Unternehmen.

„Wir sollten verstehen, dass Russland schon allein wegen seiner geografischen Lage sich nicht der Bedrohung entziehen kann“, sagte Putin in zurückgelehnter Haltung dem Publikum. Viel sei schon getan worden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Trotzdem sei es nun wichtig, Kontakte einzuschränken. Putin appellierte an die Bevölkerung, jetzt „Disziplin und Verantwortung“ zu zeigen und zuhause zu bleiben. Die kommende Woche - vom 30. März bis 5. April - erklärte er dazu überraschend für arbeitsfrei.

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