Regionalpräsidentschaft

Puigdemont soll Katalonien wieder regieren

Nach seiner Entmachtung floh der katalanische Ex-Regionalchef Carles Puigdemont nach Brüssel. Von dort aus reiste er gestern für eine Universitätsdebatte nach Kopenhagen, wo er von Kamerateams empfangen wurde. FOTO: Tariq Mikkel Khan / dpa

Barcelona. Der Ex-Regionalpräsident ist der einzige Anwärter bei der Neubesetzung des Postens. Madrid bezeichnet die Kandidatur als „illegal“.

Allen Hindernissen zum Trotz will der abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont eine neue Regierung von seinem Exil in Belgien aus bilden. „Trotz der Drohungen aus Madrid werden wir nicht vor dem Autoritarismus kapitulieren“, sagte Puigdemont gestern bei einer Diskussionsveranstaltung an der Universität von Kopenhagen. Die spanische Justiz verzichtete derweil darauf, Puigdemont in Dänemark festnehmen zu lassen.

Puigdemont, der in Belgien im Exil lebt, war am Morgen in Dänemark angekommen, wo er am Nachmittag an der Universität Kopenhagen an einer Podiumsdiskussion teilnahm. „Wir werden bald eine neue Regierung bilden“, kündigte der katalanische Ex-Regionalpräsident an. Es sei Zeit, die „Unterdrückung zu beenden und eine politische Lösung für Katalonien zu finden“, sagte er. „Ich hoffe, dass unser Volk eines nicht zu fernen Tages obsiegen wird und wir in der Lage sein werden, erfolgreich einen neuen Staat zu gründen.“

Der katalanische Parlamentspräsident Roger Torrent hatte Puigdemont zuvor zur Wiederwahl vorgeschlagen. Dessen Kandidatur sei „vollkommen legitim“, sagte Torrent am gestern Morgen in Barcelona. Er sei sich der „persönlichen und juristischen Lage“ Puig­demonts bewusst. Die Wahl des neuen Regionalpräsidenten muss spätestens bis zum 31. Januar erfolgen, Puigdemont ist der einzige Kandidat für das Amt.

top