Fall Daphne Caruana Galizia

Mord an Journalistin: Familie empört über Maltas Premier

Mit einem Bild der ermordeten Reporterin Daphne Caruana Galizia haben sich Demonstranten vor dem Büro des maltesischen Premierministers postiert. Foto: Str/AP/dpa FOTO: Str

Valletta. Er geht, aber nicht jetzt: Maltas Premierminister Joseph Muscat hat zwar in dem Skandal um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia seinen Rücktritt angekündigt. Doch die Wut über das Versagen der Politik legt sich nicht.

Die Familie der ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia hat rechtliche Schritte gegen Maltas Premierminister Joseph Muscat eingeleitet. Gegen ihn selbst müsse ermittelt werden, hieß es in einem bei Gericht eingereichten Schreiben.

Die Angehörigen der regierungskritischen Bloggerin fordern den sofortigen Rücktritt des Premiers, der aber bis Januar bleiben will. Sein weiterer Verbleib an der Macht sei für alle, denen Gerechtigkeit am Herzen liege, nicht zu tolerieren. „Seine Rolle bei den Ermittlungen zum Mord an unserer Frau und Mutter ist rechtswidrig“, erklärte die Familie.

Caruana Galizia war im Oktober 2017 von einer Autobombe getötet worden. Ein möglicher Drahtzieher - der Kontakte bis zum Stabschef des Premiers, Keith Schembri, gehabt haben soll - wurde am Wochenende angeklagt. Das Brisante: Schembri ist einer der engsten Vertrauten Muscats. Einige nennen ihn den wahren Entscheider in der Regierung des EU-Landes.

top