Kanzlerin besucht Griechenland

Merkel und Tsipras wollen neue Ära der Zusammenarbeit

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras begrüßt Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen. Foto: Angelos Tzortzinis FOTO: Angelos Tzortzinis

Athen. Deutschland und Griechenland wollen nach den schweren Verwerfungen in der Schuldenkrise im Kampf gegen Nationalismus und für eine solidarische EU-Flüchtlingspolitik an einem Strang ziehen.

Man habe gelernt, „miteinander gut zusammenzuarbeiten, selbst wenn wir inhaltlich sehr unterschiedliche Positionen vertreten haben“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Athen. Dies sei nur gelungen, weil man sich vertraut und sich die Dinge klar gesagt habe, „aber immer mit dem Ziel, eine Lösung zu finden“.

Angesichts der teils dramatischen Lage in den Flüchtlingslagern auf den Inseln in der Ägäis forderte Merkel von Tsipras noch größere Anstrengungen bei der Rückführung von Flüchtlingen in die Türkei. Tsipras rief die Europäer auf, sich gegen die populistischen Kräfte zu wehren, die die EU in „dunkle Zeiten zurückwerfen“ wollten.

Tsipras hatte Merkel mit Küsschen links, Küsschen rechts empfangen. „Heute kommen Sie in ein völlig anderes Griechenland, das Wachstum erzielt“, sagte er. Griechenland sei „Teil der Lösungen und nicht das Problem“. Die früheren Spannungen seien überwunden. In der Hochphase der griechischen Schuldenkrise bis 2015 gehörte Tsipras zu den schärfsten Kritikern des vor allem von Merkel vertretenen harten Reformkurses der internationalen Gläubiger.

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