Konflikte mit Boris Johnson

Machtkampf in der Downing Street: Finanzminister tritt ab

Sajid Javid, Finanzminister von Großbritannien, ist von seinem Amt zurückgetreten. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa FOTO: Stefan Rousseau

London. Die Kabinettsumbildung von Premierminister Boris Johnson fällt tiefgreifender aus als gedacht: Eigentlich galt der Posten des Schatzkanzlers als sicher, doch nun musste Javid seinen Hut nehmen. Dahinter soll ein mächtiger Johnson-Berater stecken.

Der britische Finanzminister Sajid Javid ist am Donnerstag überraschend zurückgetreten. Das teilte ein Sprecher des 50 Jahre alte konservativen Politikers mit. Vom Regierungssitz Downing Street gab es zunächst keine Stellungnahme zum Rückzug Javids.

Der Schatzkanzler gilt in Großbritannien als wichtigstes Regierungsamt nach dem Premierminister.

Ihm obliegt es, die Einhaltung der Haushaltsregeln zu überwachen. Dazu gehört traditionell auch eine starke unabhängige Position gegenüber dem Regierungschef. Doch diese Stellung wollte Premierminister Boris Johnson laut Berichten nicht länger dulden. Er stellte Javid nach dessen eigenen Angaben am Donnerstag vor die Wahl, entweder sein gesamtes Beraterteam auszutauschen oder seinen Hut zu nehmen. „Ich glaube kein Minister, der etwas auf sich hält, hätte solche Bedingungen akzeptieren können“, sagte Javid der BBC.

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