Ex-Präsident

Ist Nicolas Sarkozy der Retter von Frankreichs Konservativen?

Nicolas Sarkozy war von 2007 an französischer Staatschef – bevor er 2012 abgewählt wurde. FOTO: Christophe Ena/AP/dpa / Christophe Ena

Paris. Der Ex-Präsident landet mit seinem Buch „Passions“ einen Bestseller. Viele Anhänger hoffen auf seine Rückkehr in die Politik.

Er ist wieder da! Nicolas Sarkozy genießt die Aufmerksamkeit der Menge, er winkt entspannt, schüttelt Hände, stellt sich mit seinen Fans für Selfies in Pose. Mehrere hundert Menschen haben im südfranzösischen Toulon in der Rue Picot auf den ehemaligen Präsidenten gewartet. Der bahnt sich seinen Weg in Richtung des altehrwürdigen Buchgeschäftes Charlemagne, wo er an einem kleinen Tischchen hemdsärmelig neben einem Stapel Bücher Platz nimmt. Dort wird er in der nächsten Stunde alles signieren, was ihm von seinen Bewunderern vor die Nase gehalten wird, einfache Zettel, Autogrammkarten, sogar T-Shirts – und natürlich sein eigenes Buch. „Passions“ (Leidenschaften) heißt das Werk, das in diesem Frühjahr erschienen ist und sich zur Überraschung vieler Beobachter verkauft „comme des petits pains“, wie warme Semmeln.

Nun haben die Franzosen zu ihren ehemaligen Präsidenten generell ein sehr verklärtes Verhältnis, auch wenn sie von den Wählern mit Schimpf und Schande aus dem prächtigen Élysée-Palast gejagt wurden. Selbst der überaus unbeliebte und glücklose Staatschef François Hollande, Nachfolger von Nicolas Sarkozy, ist inzwischen ein oft gefragter und gern gehörter Ratgeber unter den zahlreichen Auguren der französischen Politik. Auch das Buch von Hollande mit dem Titel „Leçons du pouvoir“ (Lektionen der Macht) war ein Bestseller und hat sich in den vergangenen Jahren 150 000 Mal verkauft, doch wird dieser Erfolg von Sarkozy bei weitem übertroffen. In den ersten Wochen ging „Passions“ weit über 200 000 Mal über den Ladentisch.

Beobachter rätseln über den Erfolg Sarkozys, der seinem Volk vor allem durch seine Sprunghaftigkeit und markige Sprüche in Erinnerung geblieben ist. Der als Hitzkopf verschriene Politiker hat sogar ein Bonmot geprägt, als er damals noch als Innenminister forderte, die Vororte von Paris mit dem „Kärcher“ von den kriminellen Jugendlichen zu säubern. Das brachte Sarkozy neben harscher Kritik seiner Landsleute auch ein Protestschreiben der deutschen Firma Kärcher ein, die die Hochdruckreiniger herstellt.

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