„Lügen“ und „Verleumdung“

Intrigantenstadl Vatikan? Zwei Päpste im Clinch

Der Rücktritt Benedikts im Februar 2013 war der erste eines Papstes seit rund 700 Jahren. Das ist für die 2000 Jahre alte katholische Kirche eine neue Erfahrung. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archiv FOTO: Daniel Karmann

Rom. Von „Verleumdung“, „Lügen“ und „Manipulation“ ist die Rede. Der Skandal um die Äußerung von Ex-Papst Benedikt zum Zölibat nimmt eine absurde Wende. Auch wenn Ratzinger zurückrudert, das Drama zeigt: Zwei Päpste sind einer zuviel.

Manchmal wird die Fiktion von der Realität eingeholt. In der Netflix-Produktion „Die zwei Päpste“ belauern sich Benedikt XVI., dargestellt von Anthony Hopkins, und der spätere Papst Franziskus, verkörpert von Jonathan Pryce.

Es sind zwei Männer, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Hier der menschenscheue Intellektuelle aus Deutschland, der sich beim Klavierspiel und der Schäferhundserie „Kommissar Rex“ entspannt. Dort der joviale Argentinier, der Fußball und Tango liebt.

Manch ein Zuschauer mag sich gefragt haben, ob der Film nicht hier und da zur Papst-Posse abgleitet. Doch der Konflikt, der sich derzeit zwischen den beiden realen Männern in Weiß entfaltet, stellt das Filmdrama nahezu in den Schatten. Auch wenn der „Papa emeritus“ nun zurückrudert: Seine Äußerungen zum Streitthema Zölibat schlagen weltweit hohe Wellen. „Es ist ein Intrigenspiel übelster Art“, kritisiert die Reformbewegung „Wir sind Kirche“.

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