AU stellt Ultimatum

Internationaler Druck auf Militärführung im Sudan steigt

Demonstranten und Soldaten sitzen und stehen auf einem Militärfahrzeug vor dem Verteidigungsministerium in Khartum. Foto: Ala Kheir FOTO: Ala Kheir

Khartum. Wenige Tage nach dem Militärputsch im Sudan steigt der internationale Druck auf die Generäle, die Macht schnell wieder an eine zivile Regierung abzugeben. Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) stellte den Streitkräften am Montag ein Ultimatum.

Sollte das Militär die Macht nicht innerhalb von 15 Tagen abgeben, würde die AU-Mitgliedschaft des Sudans automatisch bis zur Rückkehr zu einer verfassungsmäßigen Ordnung ausgesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte ebenfalls eine „schnelle Machtübergabe an eine zivile Übergangsregierung“. Zudem brauche es einen umfassenden wirtschaftlichen und politischen Reformprozess, der den Erwartungen der sudanesischen Bevölkerung Rechnung trage, forderte Merkel (CDU) dem Bundeskanzleramt zufolge in einem Gespräch mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi. Der Sudan ist ein südlicher Nachbarstaat der Regionalmacht Ägypten.

Die AU erklärte weiter, die neue Regierung müsse alle Parteien berücksichtigen und dem Willen des Volkes entsprechen. Ziel müsse es sein, „sobald wie möglich freie, faire und transparente Wahlen abzuhalten“. Die Regionalorganisation des Kontinents bemüht sich um Frieden und Stabilität in Afrika. Anders als etwa die Europäische Union verfügt die AU über wenig exekutive Macht. Der Friedens- und Sicherheitsrat stellt allerdings für die Konfliktherde des Kontinents eigene Friedenstruppen, derzeit etwa in Somalia und im Sudan.

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