Sechsstündige Verhandlungen

Erdogan und Putin verkünden längere Waffenruhe in Nordsyrien

Wladimir Putin (M) und Recep Tayyip Erdogan (l.) handelten über sechs Stunden eine weitere Waffenruhe für Nordsyrien aus. Foto: -/Kremlin/dpa FOTO: -

Sotschi/Washington. Russland und die Türkei haben für den Norden Syriens in mehr als sechsstündigen Verhandlungen eine längere Waffenruhe und einen weiteren Abzug der Kurdenmiliz YPG ausgehandelt.

Sie vereinbarten zudem gemeinsame Patrouillen in der Region, wie die Außenminister beider Länder am Dienstag in Sotschi mitteilten. Ob sich damit ein Vorschlag von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für eine international überwachte Pufferzone in Nordsyrien erübrigt, blieb zunächst unklar.

Die Feuerpause für den YPG-Abzug, die am Abend enden sollte, wurde um 150 Stunden - oder etwas mehr als sechs Tage - bis kommenden Dienstag verlängert, hieß es nach einem Treffen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Kremlchef Wladimir Putin.

Die beiden Staatschefs hatten in dem Kurort am Schwarzen Meer zuvor mehr als sechs Stunden miteinander verhandelt. Russland unterstützt im Syrien-Konflikt vor allem den umstrittenen Machthaber Baschar al-Assad, pflegt aber als Vermittler auch enge Kontakte zur Türkei. Laut der Vereinbarung sollen ab Mittwochmittag russische Militärpolizei und „syrische Grenzwächter“ die „Entfernung der YPG-Elemente und ihrer Waffen“ aus einem Gebiet bis zu 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt unterstützen. Zudem solle sich die Kurdenmiliz aus dem Gebiet Manbidsch vollständig zurückziehen. Das soll nach rund sechs Tagen vollendet sein.

top